Ein etwas anderer Blick auf die Tourismuszahlen in Berlin


Pension Berlin

Für das Jahr 2013 wird in Berlin mit 26 Mio. Übernachtungen gerechnet. Dafür stehen in Berlin 130.000 Betten in Hotels und Pensionen zur Verfügung (bis 2020 sollen es 160.000 Betten werden bei 30 Mio. Übernachtungen). Daraus ergibt sich (2012) eine Auslastung von durchschnittlich 53%, worüber sich Herr Kieker (Chef von visit Berlin) freut, wie er in der Presse zitiert wird.

Da sich Berlin so gern an den absoluten Marktführern in Sachen Tourismus in Europa, London und Paris, misst, hier im Vergleich mal ein paar Zahlen zu Paris und London.

Paris verfügt über ca. 128.000 Hotelbetten (also etwas weniger sogar als Berlin), generiert damit aber 36,9 Millionen Übernachtungen (in 2012). Mit der selben Bettenzahl wie Berlin also rund elf Millionen (11.000.000) Übernachtungen mehr als Berlin. Jedes Jahr! Auslastung der Hotels und Pensionen: 79,5%. In Berlin 53%.

London mit seinen 48 Mio. Übernachtungen (2012) und einer durchschnittlichen Auslastung von 80% verfügt über ca. 165.000 Betten. Berlin wird bis 2020 ca. 160.000 Betten haben und will damit 30 Mio. Übernachtungen generieren. Das sind 18 Mio. (18.000.000) weniger Übernachtungen als London, bei ähnlicher Bettenzahl.

Wenn eines aus diesen Zahlen ziemlich deutlich wird, dann das Berlin Eines im Überfluss hat: Hotelbetten. Schon heute hat Berlin mit seinen 130.000 Betten ausreichend Kapazitäten um den prognostizierten Anstieg beim Besucheransturm für Jahre abzudecken. Zur Erinnerung: Paris deckt bei gleicher Bettenzahl 11.000.000 mehr Übernachtungen ab.

Wohnraum fehlt aber Hotels werden gebaut. Nun ist es nicht so, dass dieses Problem nur in Berlin besteht. New York hat dieses Problem anscheinend noch massiver. Dort wurde schon der Begriff „hotelification“ für das Problem geprägt. Dabei hat NY mit einer Auslastung der Hotels und Pensionen von 83% durchaus ein Wert bei dem man sagen könnte, dass zusätzliche Hotelzimmer nötig sein könnten, was in Berlin mit seinen mickrigen 53% Auslastung, über die sich der Geschäftsführer von visit Berlin so freut, überhaupt nicht der Fall ist.


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