Sterben der kleinen Hotels und Pensionen in der Stadt


Pension Berlin

Am Samstag, 19.10. hat sich der rbb im Rahmen der Abendschau dem „Sterben der kleinen Pensionen“ in Berlin gewidmet, in dem auch bei mir in der Pension Am Park am Lietzensee gedreht wurde und ich zu Wort kam. Der Filmbeitrag ist leider nicht mehr in der rbb mediathek abrufbar.

Ich habe ja schon mehrfach in meinem Blog auf den Umstand hingewiesen, dass immer mehr und mehr Hotels gebaut werden, die dann alle (im Vergleich zu anderen Metropolen) relativ schlecht gebucht und belegt sind. Das führt letztlich zu einem Preiskampf, den die kleinen und mittelständischen, Inhaber geführten Hotels und Pensionen in der Stadt wohl verlieren werden. Das aktuellste Beispiel, auch wenn ich die genauen Hintergründe nicht kenne, sondern nur das was in der Presse steht, dürfte das Hotel Bogota sein, welches zum Jahresende schließen muss.

Leider ist in dem Beitrag der rbb Abendschau natürlich viel geschnitten worden. so das von dem 45minütigen Besuch und Gespräch des rbb Teams im Beitrag nicht mehr allzuviel übrig blieb und auch nicht so rüberkam wie ich es gemeint hatte..
In dem Beitrag werde ich gezeigt mit dem Worten „dass ich das immer mehr, und immer mehr nicht das einzige Ziel des Berliner Senats in der Tourismuspolitik sein kann.“ Dies ist etwas aus dem Zusammenhang gerissen. Gegen MEHR ist ja nichts einzuwenden. Was mich stört sind immer mehr Hotels, deren Zimmer dann zu immer billigeren Preisen verramscht werden müssen, weil einfach die Zahl der Touristen nicht stark genug steigt um diese zu füllen. Billige Preise bedeuten letztlich auch „billiges Publikum“, vor allem wenn man, wie visit Berlin das tut, überall in der Welt aggressiv damit wirbt wie billig (oh Verzeihung man benutzt natürlich das Wort „preisgünstig“ statt „billig“) Berlin doch ist. Mallorca hat in den 80er Jahren damit sehr schmerzhafte Erfahrungen gemacht als es zur Proleten- und Putzfraueninsel verkam, bevor es mit viel Geld und Marketingaufwand begann dieses Image zu ändern und mehr auf Qualität zu setzen. Ein langwieriger und teurer Prozess. Was also will das Land Berlin? Immer mehr Hotels, zu immer niedrigeren Preisen. Hauptsache billig?

Auf der anderen Seite fehlt in Berlin Wohnraum. Statt aber für mehr Wohnraum zu sorgen, werden immer mehr Hotels genehmigt und gebaut.
Da hilft auch der Hinweis von Seiten der Politik nicht, dass man „ja nicht im Sozialismus lebe und deshalb nicht Vorschreiben kann was gebaut wird“. Das halte ich für unsinnig und vorgeschoben. Der Senat hat durchaus Einflussmöglichkeiten über die Stadtplanung und Stadtentwicklung darüber mitzubestimmen was, wo und wie gebaut wird.
In New York z. B., das ja nicht unbedingt bekannt ist als „Mutterland des Sozialismus“ gibt es Vorschriften beim Bau neuer Hotels um zu verhindern, dass bald „nur noch“ Hotels, aber keine Wohnungen mehr gebaut werden. In New York gibt es bereits den Begriff „Hotelification“, der die Verdrängung von Wohnraum durch Hotels beschreibt. Man muss sich nur Umschauen. Es gibt überall in der Welt positive und negative Beispiele von denen man lernen kann. Das Einzige was es braucht ist politischer Wille, aber das ist wieder ein ganz anderes Thema (speziell in Berlin). Deshalb höre ich hier auf, bevor ich unsachlich werde und mich über Großspenden (Möwenpick, Quandt, etc.) und tolle Vorstands- und Lobbyposten (z. B. Hr. von Kladen/Daimler, etc.) und den damit verbundenen „politischen Willen“ auslasse.


Pension Berlin

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