Kunsthaus Tacheles in Mitte wurde Zwangsgeräumt


Pension Berlin

Nach 2o-jährigem Bestehen wurde das über die Grenzen Berlins hinaus bekannte und nicht nur bei Touristen beliebte, Kunsthaus Tacheles endgültig geräumt.
Kurz nach der Wende wurde das Gebäude an der Oranienburger Straße von Ostdeutschen Künstlern besetzt und so vor dem Abriss bewahrt. Das Tacheles entwickelte sich zu einer Attraktion und wurde Anziehungspunkt für Touristen. Das Tacheles symbolisierte u. a. das, was Berlin für Viele so attraktiv, anziehend und anders macht(e): Ein Stück typisch Berliner Subkultur. Etwas, was es in München, Hamburg, etc. nicht gibt. Etwas, dass nur in Berlin gedeiht und existiert. Nun ist mit dem Tacheles ein weiteres Stück dieses „Besonderen“ und „Anderen“ verschwunden. Mehr Platz für mehr Büros, Luxuswohnungen, Shopping Center und Hotels.
Das kann man nun bedauern, oder auch nicht, aber das ist wohl der normale Gang der Dinge. Ich kann natürlich auch den Eigentümer des Grundstückes verstehen, der gerne über sein Eigentum verfügen möchte. Ginge mir an dessen Stelle auch nicht anders.
Trotzdem ist es schade und Berlin ist um einen Aspekt ärmer. Wenn dann in ein paar Jahren ganz Berlin erst einmal durchgestylt, „modern“ und effizient ist, wird es wahrscheinlich genau so langweilig, gleichförmig und massenkompatibel sein wie München und andere ehemals „tolle“ und „andersartige“ Großstädte. Der Weg dahin ist vorgezeichnet.
Die Künstler aus dem Tacheles werden sich jetzt übrigens in Neukölln niederlassen. Zumindest so lange bis Neukölln auch hip wird und auch dort mit dem Aufhübschen und „chic machen“ der Stadt begonnen wird.


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